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Auswertung des Films: "Napoleon und die Deutschen"

Auswertung des Films "Napoleon und die Deutschen": Zunächst eine allgemeine Auswertungs-Übersicht über den Inhalt der ersten 30 Minuten, dann eine minutengenaue Mitschrift der letzten 15 Minuten mit Diskussionsanregungen.

 

Basis der folgenden Auswertung ist die 7. Folge der ersten Staffel der ZDF-Reihe "Die Deutschen". Nähere Infos dazu finden sich hier.

Man kann die 10 Folgen in einem DVD-Schuber kaufen, man findet Teile davon aber auch auf Youtube.

 

"Napoleon und die Deutschen"

 

Die ersten 30 Minuten hat man sich im Unterricht angeschaut und ist dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen:

 

Der Film zeigt bis jetzt:

  1. dass Napoleon zunächst vielen Deutschen als Befreier erschien, dann aber durch seine Kriege immer mehr zu einer Belastung wurde, woraus schließlich ein "negatives", antifranzösisches Nationalgefühl wurde,
     
  2. dass daneben durch den Freiherrn von Stein eine "Revolution von oben" in Gang gesetzt wurde, die Preußen sehr positiv veränderte und Voraussetzung war für den Aufstieg des Staates bis zur Keimzelle eines neuen, zweiten Deutschen Reiches
     
  3. dass diese Reformen vor allem auf Freiheit und Selbstverantwortung setzten:
    - bei den Bauern (Bauernbefreiung)
    - bei den Handwerkern (Gewerbefreiheit)
    - bei den Bürgern der Städte (kommunale Selbstverwaltung)
    - bei den Soldaten ("Freiheit des Rückens", keine Prügel mehr)
    - im Bereich der Bildung (Gymnasium mit Abitur-Hochschulreife)
    Worauf der Film nicht eingeht, sind auch Veränderungen im Bereich der Regierung, weg vom alten Kabinettsystem hin zu modernen "Ressort"-Ministern.
     
  4. dass es letztlich der russische Zar war, der neben herausragenden Deutschen wie eben der Freiherr von Stein, aber auch der namentlich im Film nicht genannte General Yorck von Wartenburg, die Deutschen von französischer Übermacht und Vorherrschaft befreite
     
  5. dass auch vom König durch eine ungewöhnliche Proklamation entfachte Nationalgefühl zu einer unglaublichen Begeisterung, zu Ansätzen eines Volkskriegs führte. Aus dessen Freiwilligen-Verbänden entstanden die deutschen Nationalfarben schwarz-rot-gold, die noch heute gültig sind.
     
  6. dass der deutsche Nationalismus vor dem Hintergrund seiner Entstehungsbedingungen vor allem sprachlich, kulturell und eben auch "ethnisch" orientiert war. Deutscher wurde man vor allem durch Herkunft. In Frankreich war der Nationalismus durch die Französische Revolution vor allem an die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit geknüpft und stand zumindest grundsätzlich jedem offen.

 

Minutengenaue Mitschrift des Schluss-Teils mit Diskussionsanregungen
 

Und nun noch ein Beispiel für eine Mitschrift, bei der auf einer Art Timeline festgehalten wird, wo man wichtige Elemente des Films finden kann:

 

Minuten-Protokoll: Die letzten 15 Minuten des Films

  • 30,10: Dresden, 28. Juni 1813, Gespräch zwischen Napoleon und Metternich: Als das Gespräch auf die hohen Verluste bei den Franzosen kommt, verweist Napoleon darauf, dass er vorwiegend die Soldaten anderer Völker geopfert hat, was Metternich mit dem empörten Hinweis beantwortet: „Sie vergessen, Sire, dass sie zu einem Deutschen sprechen.“
  • 31,08: Die Würfel sind gefallen, jetzt gibt es eine Allianz zwischen Russland, Preußen und Österreich
  • 31,20: Freiherr vom Stein sieht der Schlacht bei Leipzig wie einem Strafgericht über Napoleon entgegen
  • 33,25 Darstellung der unmenschlichen Verhältnisse im Falle von Verwundung
  • 33,40: Rheinbund-Soldaten kommen zu Blücher und laufen damit zu den Feinden Frankreichs über
  • 34,28: Verrat der Sachsen, die sich mitten im Kampf gegen ihre ehemaligen Mitkämpfer wenden, was die Franzosen ihnen lange nicht vergessen
  • 35,40: Präsentation eines Bildes, bei dem die Monarchen aufspielen und Napoleon nur noch zuhören kann
  • 36,10: Stein hat die Sorge, dass die Sieger nicht genügend für die deutsche Einheit tun werden
  • 36,25: triumphaler Rückkehr der Quadriga, Ergänzung durch das eiserne Kreuz
  • 36,50: Wiener Kongress: Versuch, die nationalen Gefühle wieder zurückzudrängen, Bezeichnend ist, dass Stein nur ein Beobachter ist, er hat keine Funktion auf dem Kongress
  • 38,42: Ausdrucksstarkes Zitat eines Zeitgenossen:

Der König von Württemberg Frist für alle.

Der von Bayern säuft für alle.

Und Zar Alexander liebt für alle.

  • 39,0: Stein übersieht, dass die nationale Einheit nur von einer Minderheit der Menschen gewollt wird, die föderalen Strukturen noch zu stark sind und unter dem Einfluss Napoleons einige Staaten wie Württemberg und Bayern noch stärker geworden sind und die neue Macht erst mal konsolidieren und für sich nutzen wollen.
  • Stein hat es zwar geschafft, Europa von der Übermacht Frankreichs zu befreien, nicht aber Deutschland eine neue Gestalt zu geben.
  • 39,52: Deutscher Bund als Ersatz
  • 40,10: Wiener Schlussakte wird mit dem Westfälischen Frieden von 1648 verglichen.
  • 40,20: Schlussfolgerung: Die deutsche Frage sei nicht zu lösen ohne Berücksichtigung der föderalen Gegebenheiten und des europäischen Kontextes.
  • 40,30: Ausblick auf die Zukunft, die der Entstehung und Entwicklung von Nationalstaaten gehört
  • 40,40: Nationale Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg
  • 41,10: Der Historiker Gall verweist darauf, dass es keine komplette Restauration gab, dass viel durch die Französische Revolution und Napoleon nachhaltig verändert worden war.
  • 42,05: Zusammenfassende Würdigung der Bedeutung Napoleons für die Entwicklung Deutschlands
  • 42,20: Ausblick auf das weitere Schicksal Napoleons, träumt davon, was er geworden wäre, wenn er als deutscher Fürst geboren worden wäre.
  •  

Mögliche Diskussionspunkte zu diesem letzten Teil:

  1. War Metternich nicht nur ein eiskalter Machtdiplomat und menschenfeindlicher Betreiber von Restauration und Verfolgung, sondern hatte auch Gefühle für die Menschen im Bereich des späteren Deutschen Reiches?
  2. Wie grausam waren die Schlachten zur Zeit Napoleons und wie wichtig war später die Einrichtung des „Roten Kreuzes“. Wie sind dessen aktuelle Chancen auf den Schlachtfeldern unserer Zeit?
  3. Wie konnte es dazu kommen, dass nach so vielen Übergriffen Frankreichs auf seine östlichen Nachbarn und so hohen menschlichen Verlusten (bsd. im erzwungenen Krieg gegen Russland) ein so nachhaltiger Versöhnungsfriede geschlossen wurde – im Vergleich zu dem folgenschweren Dikat des Versailler Vertrages?
  4. Wie ist Napoleon insgesamt zu beurteilen? Was unterscheidet ihn und seine Macht- und Kriegspolitik fundamental von der Hitlers, der ab 1939 versuchte, Europa auf seine Weise zu „einigen“ und ebenfalls gegen Russland bzw. dann die Sowjetunion zog?
  5. Was hätte aus Europa werden können, wenn ein so begabter Nicht-Adliger wie Napoleon zu einem ganz normalen Landesherrn hätte werden können, der nicht ständig neue Kriegserfolge als Legitimation seiner Macht brauchte?

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