Schnell durchblicken? So einfach geht es!
Schnell durchblicken?           So einfach geht es!

1         Das „lange“ 19. Jahrhundert „verstehen“

 

Das Folgende ist eine Leseprobe aus dem E-Book:

 

Geschichte für Durchblicker: Mit dem Lehrer auf Augenhöhe - im Unterricht und in Prüfungen, erschienen bei Neobooks und erhältlich u.a. bei Amazon

 

Mit den Epochen ist das so eine Sache, sie halten sich nicht an bestimmte Jahreszahlen und schon gar nicht an Jahrhunderte. Besonders schön kann man das am Beispiel des 19. Jahrhunderts sehen, weil dem nämlich rein zeitlich eigentlich vorne und hinten jeweils etwas Wesentliches fehlt. Am Anfang ist das die Französische Revolution, die Grundlagen schafft, die uns noch heute bestimmen. Am Ende ist es der Erste Weltkrieg, der noch viel schrecklichere Dinge nach sich zieht und den wir hoffentlich auf Dauer überwunden haben.

Noch ein selbstkritischer Hinweis: Das 19. Jahrhundert wird im Folgenden vor allem aus deutscher Sicht betrachtet. Auf wichtige Entwicklungen in anderen europäischen Staaten und in der Welt insgesamt werden wir nur am Rande eingehen.

2         Die französische Revolution als Ausgangspunkt

Alle Historiker sind sich heute darüber einig, dass die Französische Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts einen wirklichen langfristigen Epochenwechsel sichtbar gemacht hat.

2.1        Das alte System in Politik und Gesellschaft

Bis zum Jahre 1789 gab es im Bereich der Herrschaft die mehr oder weniger absolute Herrschaft eines Monarchen, die Gesellschaft war gekennzeichnet durch eine ständische Ordnung, bei der es nicht um Leistung ging, sondern um angeborene oder auf andere Art und Weise erworbene Rechte, die als Privilegien unantastbar waren.

2.2        Das neue System von Menschenrechten und Demokratie

In der Revolution wurde jetzt zum ersten Mal behauptet und durchgesetzt, dass das ganze Volk die Nation darstellt, das von ihr die Macht in Wahlen und Abstimmungen ausgeht und die Regierung sich an Verfassung und Gesetze halten muss. Alle Menschen sind grundsätzlich gleich, was das Ende des jahrhundertealten Systems der Adels-Mitherrschaft bedeutete.

In der Praxis stellten sich dann bald unterschiedliche Auffassungen von Demokratie heraus. Die eine wurde vor allem von Montesquieu und seinen Anhängern vertreten. Sie glaubten nicht an das grundsätzlich Gute im Menschen, sondern waren der Meinung, dass die staatlichen Gewalten geteilt werden müssten, um sich gegenseitig kontrollieren zu können. Dieses Modell kann man als liberale Demokratie bezeichnen, weil das Volk zwar herrscht, aber auch die Freiheit des Einzelnen in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht eine zentrale Rolle spielt.

Sehr viel radikaler war das Modell der Jakobiner, das auf dem Grundgedanken von Rousseau beruhte. Dieser ging vom abstrakten Gedanken eines Gemeinwohls aus, das zunächst nur von einer revolutionären Elite erkannt wird und dem sich alle beugen müssen in einem System weitgehender Gleichheit. In der Praxis artete das in Terror aus, weil es nur so möglich erschien, mit allen Mitteln die selbst gesteckten hohen Ziele durchzusetzen.

2.3        Auf und Ab der Revolution

2.3.1     Von der liberalen Anfangsphase zum Terror

Nach einer liberalen Phase von 1789 bis 1792 mit einer konstitutionellen Monarchie, bei der es zwar noch einen König gab, dieser aber an die Verfassung gebunden war, gab es eine radikale Phase von 1793 bis 1794, in der das Leben von keinem Franzosen vor der Guillotine sicher war. Zugleich entstand aber auch ein unglaublicher revolutionärer Schwung, der die Soldaten Frankreichs ihren von Monarchen geführten Gegnern überlegen machte.

Man muss sich das mal vorstellen: Da stießen dann zwei Heere aufeinander. Auf der einen Seite Soldaten, die mit weiß geputzten Uniformen in Reih und Glied ins Feuer gehen mussten – möglichst in offenem Gelände, wo sichergestellt war, dass niemand sich „in die Büsche schlug“. Auf der anderen Seite Leute, die nicht zum Dienst „gepresst“ (zwangsverpflichtet) worden waren, sondern wirklich an die Ziele und Ideale ihrer Führung glaubten und dementsprechend auch viel freier und erfolgreicher operieren konnten.

Trotz dieser ideologischen Vorzüge kam die extreme Variante des demokratischen Experimentes 1794 in Schwierigkeiten. Als der äußere Druck durch die eigenen Siege nachließ, war man immer weniger bereit, die Gefährdung des eigenen Lebens hinzunehmen.

2.3.2     Napoleon als „Vollender“ der Revolution

Aber auch die Nachfolger des Oberrevolutionärs Robespierre konnten das Volk nicht zufriedenstellen. Das war die Stunde Napoleons, der hatte zwar nach vielen Siegen in einem abenteuerlichen Kriegszug nach Ägypten nur als Flüchtling nach Frankreich zurückkehren können, aber sein Ruhm war so groß und sein politisches Geschick so brillant, dass er 1799 in einem Staatsstreich die Macht an sich reißen konnte.

Zwar errichtete Napoleon eine Art demokratiegestützte Militärdiktatur, in der er selbst letztlich alles bestimmte. Aber er bemühte sich doch sehr stark um den Erhalt wichtiger Errungenschaften der Revolution. Von großer Bedeutung ist das von ihm veranlasste Gesetzbuch, der Code civil, später in Code Napoléon umbenannt,

Was ihm am Ende zum Verhängnis wurde, war sein Drang nach immer mehr Macht in Europa, nachdem er sich 1804 sogar selbst zum Kaiser gekrönt hatte, Bis 1812 brachte er fast ganz Europa militärisch und zum Teil politisch unter seine Kontrolle. Erst der Versuch, das widerspenstige Russland mit einem gigantischen Heer von ca. 600.000 Soldaten auch noch gefügig zu machen, scheiterte am extremen Winter und der klugen Taktik der Russen.

Zwar konnte Napoleon sich dann noch zweimal wieder militärisch erheben, aber 1815 war dann in der berühmten Schlacht bei Waterloo endgültig Schluss – und den Rest seines Lebens musste er als Gefangener auf der Atlantik-Insel St. Helena verbringen.

2.3.3     Die Frage der historischen Würdigung Napoleons

Interessant, dass sein Grab noch heute an hervorragender Stelle in Paris im Invalidendom zu finden ist und die meisten Franzosen ihn immer noch als großen Staatsmann verehren – trotz der Blutspur, die er durch Europa zog. Aber er war eben kein Hitler, der andere Völker nur unterdrücken wollte. Zwar schickte er im Zweifel erst mal seine deutschen Hilfstruppen ins feindliche Feuer – aber er bemühte sich doch zumindest, wichtige Errungenschaften der Französischen Revolution in den von ihm kontrollierten Gebieten zu verbreiten.

3         1815 – 1848: die Jahre des scheinbaren Rückschritts

Die erste Phase der Zeit nach Napoleon reicht vom Wiener Kongress bis zur Revolution von 1848. Man bemühte sich, die Französische Revolution und ihre Folgen in Vergessenheit geraten zu lassen – aber die Wirklichkeit war auch damals schon stärker als die Wünsche irgendwelcher Herrscher und privilegierter Gruppen.

3.1        Die große Enttäuschung für die Deutschen

Der Wiener Kongress, auf dem die Sieger mit dem geschlagenen Frankreich über die Neuordnung Europas nach Napoleon verhandelten, ging sehr schonend mit dem Verlierer um und versuchte vor allem, das alte monarchische und feudale System weitgehend zu erhalten. Vor allem die Deutschen wurden fürchterlich enttäuscht: Sie hatten zunächst in den Preußischen Reformen gesehen, wie viel Fortschritt auch im Auftrag des Königs erreicht werden konnte (Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit, mehr Menschenrechte im Militär, Selbstverwaltung der Städte u.a.) und wie viel Schwung das im ganzen Volk in den siegreichen Befreiungskriegen hervorrief, aber in Wien blieb davon nicht viel übrig.

3.2        Fast wieder die alten Verhältnisse

Das 1806 ruhmlos zu Grunde gegangene alte Heilige Römische Reich Deutscher Nation wurde nicht wiederhergestellt und es gab auch keinen richtigen Nachfolger. Vor allem nahm man wenig Rücksicht auf die Menschen, die sich voll für den Abwehrkampf gegen Napoleon eingesetzt hatten. Lediglich in einigen kleineren Staaten des neu gegründeten, aber sehr locker verbundenen Deutschen Bundes wurden Ansätze einer modernen Verfassung verwirklicht, im Allgemeinen aber herrschte wirklich Restauration, d.h. die Rückkehr zu den vorrevolutionären Verhältnissen. Je mehr die Menschen versuchten, an diesen Verhältnissen zu rütteln (1817 Wartburgfest, 1832 Hambacher Fest), umso repressiver (unterdrückender) wurden die staatlichen Organe.

3.3        Rückzug ins Private

Zwar gelang es den Franzosen im Jahre 1830, in einer erneuten Revolution (Juli-Revolution) die wieder eingesetzten Bourbonen-Herrscher zu vertreiben, aber das wirkte sich auf das übrige Europa kaum aus. So blieb den meisten Menschen nichts anderes übrig, als sich - ähnlich wie viele Menschen in der späteren DDR – in das private Leben zurückzuziehen und sich der Kunst, der Bildung und dem wirtschaftlichen Fortschritt zu widmen. Man nennt diese Zeit „Biedermeier“ – ausgehend von einem Allerweltsnamen für einen Allerweltsmenschen, der zudem noch „bieder“, also unauffällig ist.

4         1848: Das Jahr des scheinbaren Scheiterns der Revolution in Deutschland

Aber wie wir schon sagten: Die Zeit schreibt ihre eigenen Gesetze – und was einmal war, kann nicht mehr auf Dauer verdrängt werden.

4.1        Frankreich erneut als Vorbild

1848 kam dann die große Chance für die Deutschen, zwei Ziele auf einmal zu erreichen, nämlich die ersehnte nationale Einheit und die politische Freiheit, d.h.: Menschenrechte und Verfassung. Ausgangspunkt war eine erneute Revolution in Frankreich (Februarrevolution), in der der 1830 eingesetzte sogenannte Bürgerkönig ebenfalls verjagt wurde. Dem war nämlich weiter nichts eingefallen, als den Menschen, die ein Wahlrecht nicht nur nach Besitz forderten, zu empfehlen, sie müssten sich halt bereichern, dann könnten sie auch wählen.

4.2        Große Ideen – wenig Macht und Erfolg

4.2.1     Februar 1848: Frankreich legt vor – Deutschland folgt nach

Frankreich ging nach dem Februar 1848 sogar soweit, erneut eine Republik auszuprobieren, die allerdings bald in ein erneutes Kaisertum, das Napoleons III., mündete. Die Deutschen übernahmen zumindest ein bisschen von dem revolutionären Schwung der Franzosen und setzten – weitgehend friedlich im Südwesten Deutschlands und in blutigen Barrikaden - Kämpfen in Wien und Berlin - die Vorbereitung neuer, demokratischer Verfassungen durch.

4.2.2     Das Paulskirchenparlament – fleißig, aber ohne Macht

Ab dem Mai 1848 wurde in Frankfurt in der Nationalversammlung intensiv gearbeitet. Besonders lange wurde an einem ersten Katalog von Grundrechten gearbeitet. Gleichzeitig verschoben sich aber die realen Machtverhältnisse immer stärker zu Ungunsten der Revolutionäre. Sie hatten kein wirklich mächtiges vorläufiges Staatsoberhaupt, sondern nur einen so genannten „Reichsverweser“ ohne militärischen und bürokratischen Unterbau.

Die Machtlosigkeit des ersten demokratisch gewählten deutschen Parlaments zeigte sich, als es Preußen beauftragte, die Interessen der Deutschen gegen Dänemark zu schützen – eine eigene Armee hatte man ja nicht. Preußen folgte dem Auftrag, schloss aber bald eigenmächtig wieder einen Waffenstillstand. Den Parlamentariern in der Paulskirche blieb nicht viel mehr als Protest. Es kam dann noch schlimmer.

4.2.3     Stufenweises Scheitern

Nachdem man in mühseligen Auseinandersetzungen akzeptiert hatte, dass es eine großdeutsche Lösung mit Österreich nicht geben würde, musste man erleben, dass auch die zweitbeste Lösung nicht realisiert werden konnte. Zwar einigte man sich darauf, dem König von Preußen die Krone eines neuen deutschen Kaiserreichs anzubieten, dieser lehnte aber brüsk mit dem Hinweis ab, er werde eine solche Krone nur von seinesgleichen, sprich also wie im Mittelalter von den Fürsten entgegennehmen.

4.3        Das traurige Ende der Revolution in Deutschland

Damit war die Revolution gescheitert, die Revolutionäre liefen auseinander und der Rest wurde 1849 von preußischen Soldaten in Rastatt zusammengeschossen oder hingerichtet.

4.4        Warum ist die Revolution gescheitert?

4.4.1     Das französische Schreckbild für die Bürger

Es kamen verschiedene Dinge zusammen: Ein wichtiger Punkt war, dass erstmals auch Arbeiter an den revolutionären Entwicklungen beteiligt waren. In Frankreich erhoben sie so mächtig ihre Stimme, dass sie sogar vom Militär zusammengeschossen werden mussten.

In Deutschland war es vor allem das Bürgertum, das diese Entwicklung mit Sorge sah – voller Angst um die eigene gesellschaftliche Stellung. Im Konfliktfall waren die Bürger eher bereit, mit dem König ein bisschen Veränderung durchzusetzen, als zusammen mit den Arbeitern alles zu riskieren.

4.4.2     Der König als Partner des Bürgertums

Dafür gab es ja auch schon ein großes Vorbild, nämlich die Reformen des Herrn von Stein, der nach 1807 in Preußen auch eine „Revolution von oben“, also im Auftrag des Königs und mit seiner Zustimmung, durchgesetzt hatte. Das war ein Modell, auf das man jetzt gerne zurückgriff.

Das Problem war nur, dass da kein großer Feind mehr war, den König und Volk zusammen bekämpfen mussten und wollten. Jetzt sah man eher im Volk den Feind und tat alles, um es auf alle mögliche Weise auszutricksen.

Dabei spielte auch eine Rolle, dass der preußische König zwar seine eigene Landes-Nationalversammlung in Berlin, die parallel zu der in Frankfurt für ganz Deutschland tagte, auseinandertreiben ließ. Aber er machte auch Zugeständnisse, gab von sich aus eine Verfassung, auf die wir noch genauer eingehen werden.

4.4.3     Deutsche Besonderheiten: Keine Hauptstadt – aber viel Untertanengeist

Was Deutschland vor allem auch fehlte, war ein großes nationales Zentrum wie Paris, in dem die Aufstandsbewegung sich geschlossen formieren konnte. Die Deutschen hatten es mit zig größeren und kleineren Fürsten zu tun – die nationale Spaltung lähmte auch die nationale Revolution.

Dazu kam allerdings auch eine spezifisch deutsche Mentalität, die Lenin so auf den Punkt gebracht hat: Wenn die Deutschen eine Revolution machen und einen Bahnhof besetzen wollen, kaufen sie vorher eine Bahnsteigkarte. Solche Tickets kennen wir heute nicht mehr, weil Bahnhöfe im Unterschied zu früher frei zugänglich sind. Aber der Satz trifft doch die besondere Staatstreue und den ausgeprägten Untertanengeist, der für viele Deutsche bis zum Ersten Weltkrieg kennzeichnend war.

5         Der Weg zur halben Erfüllung der Träume der Deutschen

Die Revolution von 1848 war zwar gescheitert, die Debatten und Auseinandersetzungen hatten aber Grundlagen geschaffen, auf die die Weimarer Republik und später die Bundesrepublik in ihren Verfassungen zurückgreifen konnten.

5.1        Folgen der Revolution I: Preußen scheitert bei einem ersten Versuch einer Einigung Deutschlands

Es gab aber durchaus auch unmittelbare Fortschritte: Da war zum einen der Plan Preußens, in einer Union die deutschen Staaten doch enger zusammen zu schließen. Das scheiterte vor allem an Österreich, das sich als deutsche Vormacht betrachtete, und an Russland, das keinen noch stärkeren Staat an seiner Westgrenze sehen wollte.

5.2        Folgen der Revolution II: Der preußische König versucht es mit ein bisschen Demokratie

Außerdem hatte der preußische König noch 1849, also am Ende der Revolution, zumindest in seinem Land seinem Volk eine Verfassung gegeben. Man spricht von einer oktroyierten Verfassung, weil sie eben von oben verordnet worden war. Die Grundidee war, dass die besitzenden Schichten des Landes im Rahmen eines so genannten Zensuswahlrechts ein Abgeordnetenhaus wählen durften, das neben dem vom König bestimmten Herrenhaus und dem König selbst in einer Dreierkonstellation die Gesetzgebungsbefugnis hatte. Der König glaubte, auf diese Art und Weise das Volk mitreden lassen zu können, ohne ihm wirklich Befugnisse des Mitregierens geben zu müssen.

5.3        1862 – der preußische König ist am Ende - fast

Was er dabei wohl nicht genügend beachtet hatte, zeigte sich 1862: Das preußische Heer sollte verstärkt und erneuert werden, wozu auch eine Verlängerung der Dienstpflicht gehörte. Das vom Bürgertum geprägte Abgeordnetenhaus verweigerte sich und das immer wieder, bis der König frustriert tatsächlich an Abdankung dachte. Das wäre die Chance für eine völlig andere Entwicklung Deutschlands gewesen, wenn nicht zwei Männer das verhindert hätten. Der eine war der Kronprinz, der seinem Vater die Abdankung ausredete (wann hat es das je gegeben, dass ein junger Mann nicht so früh wie möglich seinen Vater beerben wollte), der andere war der Kriegsminister, der sich an einen gewissen Herrn von Bismarck erinnerte, dem er zutraute, die Wünsche des Königs als Ministerpräsident auch gegen das Abgeordnetenhaus durchzufechten.

5.4        Bismarck rettet das alte Preußen

So wurde plötzlich einer der konservativen Preußen Chef der Regierung und erschreckte auch in einer seiner ersten Reden gleich die Abgeordneten mit dem Hinweis, ein einiges Deutschland könne nur durch „Blut und Eisen“ und keineswegs durch „Majoritätsbeschlüsse“, also demokratische Entscheidungen, geschaffen werden.

Man kann sich vorstellen, dass das Verhältnis zwischen Regierung und Parlament äußerst gespannt bzw. eisig war, aber Bismarck präsentierte eine Lückentheorie nach dem Motto: Wenn drei sich nicht einigen können, muss der Staat trotzdem weiter funktionieren, also hat der König das Sagen und damit sein Ministerpräsident. Außerdem konnte dieser über das Militär und einen weitgehend gehorsamen Beamtenapparat verfügen.

5.5        ... und gewinnt dann die Herzen der Deutschen

Es war dann Bismarcks Glück, dass die auch mit seiner Hilfe reorganisierte preußische Armee 1864 zunächst mit Österreich zusammen Dänemark besiegte, zwei Jahre später dann auch Österreich selbst und im Jahre 1870 auch noch Frankreich, dessen Kaiser sich von Bismarck zu einer Kriegserklärung hatte provozieren lassen (Emser Depesche).

Bismarck wurde übrigens durch die Siege zum vorläufig größten Deutschen aller Zeiten, dem das Parlament dann gerne seine Verfassungsmauscheleien von 1862 verzieh (Indemnitätsvorlage).

Am Ende gab es ein neues deutsches Reich, auf das wir weiter unten eingehen werden. Hier ist es jetzt höchste Zeit, auf einen Mann aus Trier einzugehen, dessen Gedanken bis in unsere Zeit weiterwirken.

 

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