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Leseprobe: Lateinamerika im Licht der Geschichte

Das Folgende ist ein Auszug aus dem E-Book:

Geschichte für Durchblicker: Mit dem Lehrer auf Augenhöhe - im Unterricht und in Prüfungen. Das Besondere: Dort gibt es nicht nur konzentrierte Überblicke, sondern man bekommt auch echten Durchblick - um dann ggf. selbst gezielt weiterforschen zu können.

Das Buch bekommt man zum Beispiel hier:

 

Lateinamerika

Wenden wir uns dem Halbkontinent zu, der einmal mit Afrika zusammenhing und dessen brasilianische Ausbuchtung im Osten ziemlich gut in die entsprechende Ausbuchtung Afrikas im Südwesten passt.

 

Kolumbus und Co: Der Querschnitt durch die Geschichte

Bei Südamerika haben wir zunächst einmal das Problem, dass die Geschichte des Kontinents gewissermaßen quergeschnitten worden ist. Bis auf den Untergang der Azteken und Inkas wissen wir kaum etwas über diese Kulturen und ihre Vorläufer.

Der Papst: Der Längsschnitt durch „Lateinamerika“

Was die weitere Entwicklung angeht, so ist sie regional beziehungsweise geographisch in der Senkrechten gespalten. Westlich einer 1494 von einem Papst gezogenen Linie wird spanisch gesprochen, östlich davon, d.h. im Wesentlichen in Brasilien, portugiesisch.

Das Schicksal der Indios

Weitgehend gemeinsam ist der Geschichte beider Sprachräume bis ins 19. Jahrhundert hinein die Unterdrückung der Ureinwohner. Und als dann mal ein Mönch christliches Denken zeigte und mit Fürsprache für die versklavten Indios beim spanischen König vorstellig wurde, da wurde die Unterdrückung der Indios nur ausgetauscht durch die Unterdrückung von schwarzen Sklaven aus Afrika.

Dennoch soll dieser Mönch Las Casas genauso wenig vergessen werden wie der deutsche Jesuit Friedrich Spee, der sich gegen den Hexenwahn seiner Zeit stellte.

Napoleon wirkt sich bis nach Amerika aus: Simon Bolivar

Kehren wir zurück zur Entwicklung in Lateinamerika: Es war letztlich Napoleon, der mit seinem Kampf in Europa gegen die beiden Kolonialmächte diese so sehr schwächte, dass ein Mann namens Simon Bolivar zum Befreier werden konnte, allerdings nicht etwa der Indios, sondern wie im Falle George Washington auch, der eingewanderten Europäer, die ihre Angelegenheiten nicht mehr aus dem fernen Europa bestimmen lassen wollten.

Lateinamerika als „Hinterhof“ der USA?

Erst in den letzten Jahrzehnten können sich auch die Nachkommen der alteingesessenen Indios stärker zu Wort melden, wobei es fast schon ein Treppenwitz der Geschichte ist, dass ein schwarzer Präsident der USA den bolivianischen Staatspräsidenten Evo Morales, der genau für diese Entwicklung steht, in Wien im Zusammenhang mit der Suche nach dem Whistle Blower Snowden zur Landung zwingt und damit vor aller Augen demütigt. Aber es passt zu der sogenannten Monroe-Doktrin, in der ein amerikanischer Präsident scheinbar den Schutz des gesamten amerikanischen Kontinents übernahm, ihn aber zugleich auch zum „Hinterhof“ der USA erklärte, in der immer wieder der „big stick“ der Weltmacht für Ruhe in ihrem Sinne sorgte.

Militärdiktaturen und Menschenrechtsverletzungen

Aber die Menschen Lateinamerikas hatten in den letzten Jahrzehnten noch Schlimmeres zu erdulden, vor allen in Argentinien und Chile, wo Militärdiktaturen mit unmenschlicher Grausamkeit gegen alle vorgingen, die irgendwie links zu sein schienen. Selbst der jetzige Papst konnte als Bischof in Argentinien Priester nicht vor dem Tod bewahren, die sich zu sehr sozial und politisch engagiert hatten. Dabei ließen sich die Mächtigen zum Teil besonders perfide Tötungsmethoden einfallen. So wurden Menschen sogar über dem offenen Meer aus Hubschraubern abgeworfen.

Immer noch stark im Gedächtnis ist die Zeit des Generals Pinochet, der mit Unterstützung der USA den demokratisch gewählten chilenischen Präsidenten Allende stürzte und anschließend ein Terrorregime errichten ließ. Noch heute kämpfen die Menschen in Chile und Argentinien um die Bewältigung dieser furchtbaren Vergangenheit.

Das Gegenmodell: Der „Sozialismus“ Kubas

Einen im Vergleich dazu zumindest teilweise positiven Kontrapunkt stellt Kuba dar. Zwar werden auch dort seit der Übernahme der Macht durch Fidel Castro im Jahre 1959 die Menschen in ihren Menschenrechten beschnitten und an einer freien, selbstbestimmten Entwicklung gehindert. Aber das geschah weniger zum Zweck der Bereicherung Einzelner, sondern im Versuch, eine gerechte Gesellschaft aufzubauen.

Es wäre zu wünschen gewesen, dass die USA dem nicht gleich mit kompromissloser Härte entgegengetreten wären, sondern versucht hätten, ein solches Experiment im demokratischen Bereich zu halten.

Stattdessen kam es zu dem fehlgeschlagenen Abenteuer einer Invasion in der Schweinebucht, mit der die junge Präsidentschaft Kennedys von Anfang an belastet wurde. Vor diesem Hintergrund einer möglichen amerikanischen Intervention ist dann auch die Kubakrise zu sehen, die die Welt an den Rand des atomaren Abgrunds brachte.

Seitdem hat sich viel getan, Lateinamerika ist nicht mehr der Hinterhof der USA, in dem gegebenenfalls auch mit dem Knüppel aufgeräumt wird, sondern eine zunehmend selbstbewusste Region, die nach eigenen Wegen politischer und sozialer Entwicklung sucht.

Mexiko – ein schwieriger Nachbar für die USA

Natürlich darf in unserer kurzen Übersicht auch Mexiko nicht vergessen werden, ein Land, das besonders dadurch gekennzeichnet ist, dass es eine lange gemeinsame Grenze mit den USA hat, die auch heute noch für viele Menschen das Tor zumindest zu einer Welt mit mehr Chancen darstellt. Insgesamt tragen diese Menschen damit mit dazu bei, dass sich die Bevölkerungsanteile in den USA zunehmend in Richtung Hispanics verschieben. Im Inneren ist Mexiko gekennzeichnet durch einen z.T. blutigen Kampf zwischen mafia-ähnlich organisierten Drogenkartellen und dem Staat. Besonders erschreckend die Entführung und Ermordung einer großen Gruppe von Studenten im September 2014 (http://de.wikipedia.org/wiki/Massenentführung_in_Iguala_2014).

 

 

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