Schnell durchblicken? So einfach geht es!
Schnell durchblicken?           So einfach geht es!

Wie man falsche Urteile über die Vergangenheit vermeidet ...

Wir lassen uns im Folgenden von einem Buch inspirieren, das im Frühjahr 2017 erschienen ist und am Beispiel der Deutschen die Frage der Zukunftserwartungen früherer Generationen kritisch diskutiert.

 

 

Joachim Radkau, Geschichte der Zukunft. Prognosen, Visionen, Irrungen in Deutschland von 1945 bis heute, Karl Hansa Verlag: München 2017

 

Es beginnt mit der wunderbaren Geschichte aus einem Bismarck-Seminar einer Universität.  Ein Student hält ein Referat über das Sozialistengesetz und verweist darauf, wie Bismarck ein zweites Attentat auf den Kaiser genutzt hat, um die Zustimmung im Reichstag für eine Verfolgung der Sozialdemokraten zu erreichen.

Daraufhin meldet sich ein anderer Student und stellt die Frage, warum Bismarck denn nicht schon nach dem ersten Attentat gegen die Sozialdemokraten vorgegangen sei. Daraufhin erfolgt die problematische Antwort des Referenten, Bismarck hätte wohl erst noch das zweite Attentat abwarten wollen.

Diese Episode macht wunderbar deutlich, wie schnell man als Historiker von den bekannten Ablauf der Geschichte ausgeht und annimmt, dass die Menschen in früheren Zeiten auch schon gewusst hätten, was erst später kam.
 

Im weiteren Verlauf des Buches wird es dann für Schüler doch recht anstrengend, es lohnt sich aber, dem Autor zu folgen. Man merkt dann, wie groß die Gefahr nicht nur für Historiker, sondern für jedermann ist, dass man die Menschen der Vergangenheit mit unserem heutigen Wissen misst.

 

Vorschläge für die Nutzung im Unterricht:

Wer als Lehrer auch die spannenden Erkenntnisse aus diesem Buch für seine Schüler fruchtbar machen möchte, kann vielleicht mit Fragen etwa der folgenden Art Interesse wecken und Einsicht erzeugen:

 

  1. Wie viele Westdeutsche gaben im Oktober 1951 bei einer Meinungsumfrage an, dass sie ihre Gegenwart als die Zeit erlebten, in der es  den Deutschen am besten gegangen sei? 2 %, 20%, 40%, 80%
  2. Wie viele Leute beantworteten die Frage 1971 positiv? 2 %, 20%, 40%, 80%

 

Spannend bei diesen Auswahlfragen sind immer die Denkprozesse, die sie auslösen – und die gerade in einer Klasse oder in einem Kurs zu interessanten Diskussionen unter den Schülern führen können.

 

In diesem Falle dürfte den Schülern ziemlich schnell klar sein, dass die Zukunftshoffnungen der Deutschen kurz nach dem Krieg noch nicht so riesig waren. Wer schon vom Wirtschaftswunder gehört hat, könnte für 1951 aber doch mal einen höheren Wert ansetzen. Bei 1971 könnte einerseits ein besseres Gefühl da sein, aber man könnte auch etwas von der Ölkrise o.ä. gehört haben. Auf jeden Fall ist es spannend, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen.

Wer sich dafür – und vor allem die Besprechung im Unterricht interessiert, sollte auf der entsprechenden Unterseite nachschauen. Sie finden sie hier.

 

Es geht aber nicht nur um dieses Buch, wie die folgende Frage zeigen:

  • Warum ist die Sorge eines Schweizers aus der Zeit um 1900 nicht zur Realität geworden, dass die zunehmene Zahl an Kutschen zu einer völligen Beflasterung der Straßen mit Pferdeäpfern führen würde?

Wer auf diese oder auch weitere Fragen gerne auch die Antworten haben möchte, der kann sich einfach über das Kontaktformular an die Autoren wenden.

 

Kontaktformular - Link:

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