Schnell durchblicken? So einfach geht es!
Schnell durchblicken?           So einfach geht es!

Hinweise auf Bücher, die Geschichte interessant präsentieren

 

Es gibt kaum ein Fach, in dem es mehr Bücher gibt als im Fach Geschichte. Umso wichtiger ist es, dass man möglichst schnell die findet, die man wirklich mal in die Hand nehmen sollte. Dabei geht es gar nicht darum, solche Bücher von vorne bis hinten durchzulesen, es reicht, ein wenig herumzublättern und sich dann festzulesen - und schon wird die Welt, die wir in unseren Köpfen haben, größer und wir bekommen einen weiteren Blick.

 

Es bleibt zu hoffen, dass alle diese Bücher im Laufe der Zeit auch als E-Book zur Verfügung gestellt werden - und möglichst auch noch so, dass man sich die Kapitel, die einen besonders interessieren, auch separat herunterladen kann. Das dürfte in den Zeiten des digitalen und damit sehr preisgünstigen und einfachen Informationsaustausches eigentlich kein Problem sein - und lieber 1,49 Euro für ein spannendes Kapitel eines Buches bekommen als gar nichts.

 

Aber kommen wir von der Zukunftsmusik zu den praktischen Möglichkeiten der Gegenwart. Vielleicht hilft ja auch eine Stadtbücherei weiter. Die haben übrigens auch so etwas wie eine "Fernleihe", das heißt: Sie besorgen einem die Bücher, die die gerade nicht zur Verfügung haben. Einfach mal nachfragen.

 

Die folgende Liste ist weder vollständig noch systematisch - sie ist das Ergebnis jahrelanger Beschäftigung mit Geschichte und wird entsprechend fortgesetzt.

Ggf. kann man sich eine aktuelle Variante auf der Seite:

www.schnell-durchblicken.de

herunterladen.

 

 

Harald Steffahn, Glanz und Elend der Deutschen. Von der Französischen Revolution bis heute, Propyläen Verlag, Berlin 2006

 

Wer eine gute Darstellung der deutschen Geschichte der letzten zwei, drei Jahrhunderte sucht, dem kann dieses Buch nur empfohlen werden: Hier wird Geschichte wirklich erzählt und nicht nur wie in vielen Schulbüchern so zusammengefasst, dass die Lektüre nun wirklich keinen Spaß macht. Greifen wir einige Highlights heraus:
 

1.      Gleich am Anfang geht es um die sogenannte "Halsbandaffäre" von 1785/1786, in der die später hingerichtete Königin Marie Antoinette Opfer einer Intrige wird, die ihr Ansehen beim Volk endgültig zerstört.
 

2.      Oder ab S. 55 die sehr gute Vorstellung des "nationalen Erwachens" in Deutschland, als die Deutschen unter dem Eindruck der Französischen Revolution, vor allem aber des scheinbar übermächtigen Napoleon ihre eigene Identität entdeckten und zum Teil auch in Richtung "antifranzösisch" sein verhängnisvoll überstrapazierten.
 

3.      Ab S. 231 wird dann erklärt, wieso es schon vor dem Ersten Weltkrieg einen zunehmenden Antisemitismus in Deutschland gab - hier wie in vielen anderen Fällen werden wirklich Gründe und Zusammenhänge vorgestellt.
 

Also ein Buch, das man in der Oberstufe eigentlich einmal komplett lesen sollte - dann lässt sich vieles sehr viel besser einordnen, als wenn man nur Quellenhäppchen verarbeitet und die oben schon erwähnten teils viel zu abstrakten Info-Seiten vieler Schulbücher liest.

 

"Was wäre geschehen, wenn? : Wendepunkte der Weltgeschichte / hrsg. von Robert Cowley. Aus dem Amerikan. von Henning Thies, München : Knaur-Taschenbuch-Verl., 2006"

 

Normalerweise bringt es nicht viel, wenn man sich in Geschichte fragt, was wäre gewesen, wenn ... Aber in diesem Falle ist es anders. Da hat sich jemand wirklich die Mühe gemacht, die verschiedenen Möglichkeiten genau zu untersuchen - und nicht bei der einen zu bleiben, die sich mehr oder weniger zufällig ergeben hat.
 

1.      Interessant zum Beispiel: Was wäre gewesen, wenn Frankreich nicht diesen dummen Krieg von 1870/71 gegen Preußen und die mit ihm verbündeten Staaten des späteren Deutschen Reiches geführt hätte.
 

2.      Oder was wäre gewesen, wenn Lenin nicht rechtzeitig in St. Petersburg eingetroffen wäre und es die Sowjetunion in der späteren Form nie gegeben hätte.
 

3.      Was wäre gewesen, wenn man Hitler am Ende des Zweiten Weltkrieges gefasst und ebenfalls in Nürnberg vor Gericht gestellt hätte.
 

4.      Oder die Frage, ob es wirklich besser für die Menschheit, ja selbst für die Japaner, gewesen wäre, wenn Präsident Truman nicht die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hätte abwerfen lassen.

Joachim Radkau, Geschichte der Zukunft. Prognosen, Visionen, Irrungen in Deutschland von 1945 bis heute, Karl Hansa Verlag: München 2017

 

Wer es etwas theoretischer oder allgemeine haben möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Es beginnt mit der wunderbaren Geschichte aus einem Bismarck-Seminar einer Universität.  Ein Student hält ein Referat über das Sozialistengesetz und verweist darauf, wie Bismarck ein zweites Attentat auf den Kaiser genutzt hat, um die Zustimmung im Reichstag für eine Verfolgung der Sozialdemokraten zu erreichen.

Daraufhin meldet sich ein anderer Student und stellt die Frage, warum Bismarck denn nicht schon nach dem ersten Attentat gegen die Sozialdemokraten vorgegangen sei. Daraufhin erfolgt die problematische Antwort des Referenten, Bismarck hätte wohl erst noch das zweite Attentat abwarten wollen.

Diese Episode macht wunderbar deutlich, wie schnell man als Historiker von den bekannten Ablauf der Geschichte ausgeht und annimmt, dass die Menschen in früheren Zeiten auch schon gewusst hätten, was erst später kam.
 

Im weiteren Verlauf des Buches wird es dann für Schüler doch recht anstrengend, es lohnt sich aber, dem Autor zu folgen. Man merkt dann, wie groß die Gefahr nicht nur für Historiker, sondern für jedermann ist, dass man die Menschen der Vergangenheit mit unserem heutigen Wissen misst.

 

Wir zeigen auf der folgenden Unterseite, wie man mit diesem Buch und seinem Ansatz im Schulunterricht umgehen kann.

 

http://www.schnell-durchblicken.de/durchblick-in-geschichte/liste-interessanter-geschichtlicher-darstellungen/joachim-radkau-geschichte-der-zukunft-falsche-prognosen-zwischen-1945-und-2017/

„Die unbekannte Mitte der Welt. Globalgeschichte aus islamischer Sicht“ von Tamim Ansary (Campus Verlag, Frankfurt / New York 2010)

 

Eine völlig andere Perspektive, als sie zur Zeit noch in Europa vorherrschend ist, präsentiert der afghanisch-amerikanische Autor Tamim Ansary: Sechs Karten auf S. 15 zeigen eine gegenüber der in unseren Schulbüchern vorherrschenden etwas „verrutschte“ Sicht. Hier stehen nämlich nicht Europa und der Mittelmeerraum im Zentrum, sondern das Gebiet zwischen Arabien und Indien – und entsprechende Markierungen machen deutlich, wie sehr der Islam und von ihm mehrheitlich geprägte Völker bzw. entsprechende Herrscher einen weiten Raum geprägt haben.

 

Spannend ist vor allem die Verbindung von innerreligiösen Entwicklungen im Islam und den übrigen geschichtlichen Prozessen. So wird etwa die Entstehung des radikalen Salafismus im 10. Kapitel als Reaktion auf die Erfahrungen der Niederlagen gegen die Kreuzritter und – noch schlimmer – später gegen die Mongolen verständlich gemacht. So entstehen wirklich tiefte Ein- und Durchblicke in Phänomene, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmende Bedeutung bekommen.

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