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Fiktives Gespräch zum Krisenjahr 1923 und zum Hitlerputsch

Nicht immer findet man die passende Quelle - und möchte doch einen Hauch von Authenzität und Nähe in den Geschichtsunterricht bringen.

 

Hier können "fiktive" Quellen helfen - die wie in einem Dokumentarspiel zeigen, wie es gewesen sein könnte.

 

Natürlich muss das Ganze gegenüber den Schülern transparent gemacht werden. Aber auf jeden Fall gewinnt man mehr Spielräume beim Umgang mit Geschichte, ohne sie zu verfälschen.

 

Es ist für Schüler auch äußerst interessant, mal selbst aus rein sachlichen Schulbuchtexten eine Art Mini-Drehbuch für eine Spielszene zu machen.

 

Hier zunächst der Text, weiter unten gibt es eine Download-Variante.

 

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Fiktives Gespräch aus der Zeit kurz nach dem Hitler-Putsch

Am 12.11.1923 treffen sich zufällig ein Anhänger Hitlers (A) und ein früherer Schulkamerad, ein kleiner Beamter (B):

B:        Tja, was sagst du nun. Das war es denn wohl mit deinem Hitler. Heute stand in der Zeitung, dass er gestern verhaftet worden ist. Das bedeutet dann Hochverratsprozess und wieder ab nach Österreich.

A:        Ja, es sieht nicht gut aus, aber es war Verrat.

B:        Was heißt Verrat? Es gibt eine legale Regierung.

A:        Aber was hat sie aus uns gemacht? Nicht nur, dass dieser Schandvertrag von Versailles unterschrieben wurde – jetzt ist auch das Geld nichts mehr wert. Was ist aus unserem stolzen Deutschland geworden?

B:        Du hast Recht, ich habe alles verloren, alles, was ich von meinem Vater geerbt und für die Kinder auf der Bank zurückgelegt hatte.

A:        Tja, du hättest es machen müssen wie dieser Stinnes – der hat rechtzeitig Grund und Boden gekauft – und die verloren ihren Wert nicht.

B:        So was können eben nur diese Spekulanten, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als sich irgendwelche Finanztricks auszudenken.

A:        Da schau dir mal unseren Führer an, der kommt auch aus kleinen Verhältnissen – und hat jetzt schon ganz Deutschland auf sich aufmerksam gemacht.

B:        Dafür sitzt er jetzt auch im Gefängnis – das hilft uns kleinen Leuten auch nicht.

A:        Ich glaube, dass mein Führer wiederkommt. Wenn du ihn nur reden gehört hättest.

B:        Der ist doch völlig gescheitert.

A:        Jetzt vielleicht, aber auf Dauer nicht, wenn er die richtigen Konsequenzen aus dieser Niederlage zieht.

B:        Wie soll die aussehen.

A:        Nun, wir müssen legal an die Macht kommen. Die nächste Krise kommt bestimmt – und dann bestimmt nicht mehr die bayerische Landespolizei das Schicksal dieses Landes, dann können es die Deutschen selbst in die Hand nehmen.

B:        Du hast Recht – wenn der Staat noch mal so versagt und uns im Stich lässt, dann würde ich sogar deinen Hitler wählen – wenn er dann überhaupt noch in Deutschland ist.

 

Aufgaben:

  1. Wieso waren nicht alle Deutschen 1923 von der Inflation in gleicher Weise betroffen?
  2. Beschreibe mit eigenen Worten, welche Schlussfolgerung Hitler aus dem Scheitern seines Putsches ziehen konnte?
  3. An welcher Stelle wird deutlich, welchen Fehler die deutsche Justiz und damit die Demokratie in Deutschland beim Umgang mit Hitler gemacht hat?
  4. Inwiefern deutet sich hier schon an, dass Hitler nach 1929 eine zweite und dann für Deutschland und große Teile der Welt verhängnisvolle zweite Chance bekam?

Wer mehr von diesen fiktiven Gesprächen möchte, dem sei das folgende E-Book empfohlen. Die einzelnen Materialien kann man als Leser auch komfortabel downloaden.

 

Man bekommt das Buch für wenig Geld zum Beispiel hier:

Eine unserer Spezialitäten:

Textvorlagen

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