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1995 Das Massaker von Srebenica

  1. Die Hoffnung auf ein Ende kriegerischer Geschichte
    Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust hatte man in Europa auf einen vernünftigen und zivilisierten Umgang miteinander gehofft. Als dann auch noch nach 1989 der Kalte Krieg friedlich zu Ende ging, sprach ein Politikwissenschaftler sogar vom "Ende der Geschichte". Gemeint war damit, dass es jetzt keine großen Konflikte mehr geben, sondern sich die Menschheit harmonisch weiterentwickeln würde.
     
  2. Die Wiederkehr alter Konflikte und Kriege in Jugoslawien
    Umso größer war das Erstaunen und bald auch das Entsetzen, als ab 1991 der Viel-Völker-Kunststaat Jugoslawien in seine Teilrepubliken zerfiel. Die Armee des Ex-Staates versuchte in mehreren Kriegen diesen Prozess zu verhindern, wobei es mehr und mehr zu Übergriffen kam.
     
  3. Die besondere Rolle des serbisch-jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milošević
    Eine besondere Rolle spielte Slobodan Milošević, der Präsident der jugoslawischen Teilrepublik Serbien, der später auch Präsident von ganz Rest-Jugoslawien wurde. Ein wichtiges Indiz für seine serbisch-nationalistische Grundhaltung ist seine Rede zum 600. Jahrestag der Niederlage der Serben gegen die Osmanen auf dem sog. "Amselfeld". Eine besondere Rolle spielte dabei das Gebiet des "Kosovo", das als ur-serbisch angesehen wird und das man meint, jetzt im sog. "Kosovo-Krieg" gegen die NATO 1998/1999 an die Albaner verloren zu haben. Noch heute gibt es um dieses Gebiet und seinen Status politische Auseinandersetzungen.
    Ab 2002 stand Milosevic vor einem UN-Kriegsverbrechertribunal - der Prozess endete allerdings vor einem Urteil mit dem Tod des Angeklagten im Jahre 2006.
     
  4. Bosnien-Herzegowina als Zentrum der kriegerischen Konflikte
    In den Jahren 1992-1995 war das Hauptzentrum bürgerkriegsähnlicher Kämpfe Bosnien-Herzegowina. Dort lebten nämlich sowohl Vertreter der im alten Jugoslawien tonangebenden Volksgruppe der Serben als auch Kroaten und muslimische Bosniaken. Eine besonders traurige Entwicklung waren die sogenannten "ethnischen Säuberungen", was praktisch bedeutete, dass die Angehörige nicht gewünschter Volksgruppen aus Gebieten vertrieben wurden.
     
  5. Die Hauptstadt Sarajewo als besonderes Opfer der Kämpfe
    Ein Schwerpunkt des bosnischen Bürgerkriegs war die Belagerung der Hauptstadt Sarajewo, wobei die Zivilbevölkerung besonders unter Granatenbeschuss und Angriffe von Heckenschützen zu leiden hatten. UNO- und internationale Truppen konnten nur punktuell eingreifen und waren auch durch schwierige politische Entscheidungsprozesse behindert.
     
  6. Das Massaker von Srebenica
    Um der Zivilbevölkerung sichere Plätze anbieten zu können, wurden von der UNO sog. "Schutzzonen" eingerichtet, die aber nur schwach durch Blauhelmsoldaten verteidigt wurden. Eine davon war Srebenica. Im Frühjahr 1995 spitzte sich die Lage immer weiter zu - und im Juli marschierten schließlich bosnisch-serbische Truppen unter General Mladic in die Schutzzone ein. Eine niederländische UN-Einheit war zu schwach zur Verteidigung und wurde auch nicht genügend aus der Luft unterstützt. Während Frauen und Kinder weitgehend gerettet werden konnten, wurden die Männer und Jungen von den serbisch-bosnischen Soldaten ausgesondert und zu Tausenden erschossen. Insgesamt geht man von einer Zahl von 8000 aus.
     
  7. Die Aufarbeitung der Verbrechen
    Nach dem Ende des Krieges (das durch NATO-Luftangriffe und eine großangelegte Militäraktion der kroatischen Armee erreicht wurde) kam es zu einer Untersuchung des Massenmords und schließlich auch zur Anklage der Hauptverantwortlichen vor einem UN-Kriegsverbrechertribunal. Der Prozess gegen General Mladic ist auf Grund seiner gesundheitlichen Probleme noch nicht abgeschlossen. Der politisch verantwortliche Präsident der bosnisch-serbischen Teilrepublik, Karadžić, wurde im März 2016 zu insgesamt 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Serbiens Führung erkennt das Verbrechen an, wehrt sich aber noch heute gegen den Vorwurf des Völkermords und will seine eigenen Opfer gegenrechnen.
     
  8. Die Bedeutung des jugoslawischen Bürgerkriegs und des Massakers von Srebenica
    Insgesamt zeigt der jugoslawische Bürgerkrieg und besonders das Schicksals der Bosnier, dass auch 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Gefahr blutiger Kriege, ja sogar von Massenmorden selbst in Europa nicht unmöglich geworden sind. Dies gilt besonders dann, wenn uralte historische Konflikte (Kämpfe zwischen "christlichen" Nationen und osmanisch-muslimischer Eroberung) sich mit aktuellen Interessen verbinden und die internationale Gemeinschaft sich nicht rechtzeitig zum Eingreifen aufraffen kann.

 

Wer sich mit Hilfe von Filmen mit dem jugoslawischen Bürgerkrieg beschäftigen will, findet hier zwei interessante Info-Quellen:

 

Phoenix-Dokumentation, Teil 1:

Phoenix-Dokumentation, Teil 2:

 

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