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1950: Adenauer Politik der West-Integration

  1. Als Adenauer 1949 Bundeskanzler wurde, war er Regierungschef eines Staates, der nur über sehr begrenzte Souveränität verfügte. Die Westalliierten beobachteten sehr genau, was die neue deutsche Regierung tat, und wären jederzeit gewillt und in der Lage gewesen, das Projekt Bundesrepublik in ihrem Sinne wieder zurückzustufen.
     
  2. Dementsprechend war es Adenauers Hauptziel, für den westdeutschen Teilstaat mehr Spielräume zu bekommen. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Angebot, wieder eine deutsche Armee aufzustellen, die zusammen mit den Westalliierten eine mögliche Expansion der Sowjetunion nach Westen verhindern konnte. Man darf nicht vergessen, dass der im Juni 1950 ausgebrochene Koreakrieg aus einer Situation heraus entstanden war, die große Ähnlichkeiten mit den Verhältnissen zwischen Bundesrepublik und DDR hatte. Es gab auch dort einen einigermaßen demokratischen Staat, der von einem kommunistischen Bruderstaat plötzlich angegriffen wurde und sich nur mithilfe der UNO und besonders einer Koalition von Staaten unter der Führung der USA behaupten konnte.
     
  3. Adenauer verfolgte nun das Konzept, für die Beteiligung an militärischer Sicherheit durch eigene Soldaten mehr Souveränität zu bekommen.
     
  4. Zunächst wurde versucht, im Rahmen der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft EVG eine westeuropäische Armee aufzustellen, an der deutsche Soldaten sich beteiligt hätten, das scheiterte am Widerstand der französischen Nationalversammlung. Als Ersatz trat Deutschland der NATO bei und wirkte in ihrem Rahmen mit.
     
  5. Im Ergebnis bekam Deutschland weitgehende Souveränität, allerdings mit Ausnahme aller Fragen, die Berlin und einen möglichen Friedensvertrag mit Deutschland betrafen.
     
  6. Gegen die Aufstellung militärischer Verbände gerade mal zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es große Proteste, aber viele Deutsche hatten auch in Erinnerung, dass in den Jahren 1948/49 es eben die Sowjetunion gewesen war, die versucht hatte durch eine Blockade Westberlin unter ihre Kontrolle zu bekommen. Die Begeisterung der Berliner über die alliierten „Rosinenbomber“ kann bei allem Verständnis auch für die Interessen der Sowjetunion nicht wegdiskutiert werden.
     
  7. Fazit: Adenauers Weg der Westintegration über die Bereitstellung wieder deutscher Soldaten hat insgesamt dazu beigetragen, dass Deutschland fest im Westen verankert wurde (zunächst in der NATO, später auch in der Europäischen Gemeinschaft). Stalins berühmte Note von 1952 mit dem Angebot der Wiedervereinigung unter der Voraussetzung von Neutralität und einer gemischten Regierung aus Westdeutschland und Ostdeutschland mag ernst gewesen sein, hätte aber im völligen Widerspruch zur zunächst westeuropäischen Einigung Europas gestanden und im Ostblock hatte man schlechte Erfahrungen gemacht mit Regierungen, an denen von Moskau abhängige Kommunisten beteiligt waren (Tschechoslowakei im Februar 1948)
     
  8. Die Kombination aus Adenauers Westpolitik und der späteren neuen Ostpolitik Willy Brandts hat letztlich dazu beigetragen, dass es heute ein großes Europa gibt, dessen Staaten sich nicht mehr feindlich gegenüberstehen und die immer enger zusammenarbeiten.

 

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