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1882: Beginn des klassischen Imperialismus - Einschätzungen

  1. 1882 lassen die Historiker die Phase des "klassischen Imperialismus" beginnen. In diesem Jahr besetzte England Äypten und sicherte sich damit die Seeroute nach Indien.
  2. Vorher gab es schon ab dem 15. Jahrhundert die Kolonialreiche der Spanier, Portugiesen und Holländer.
  3. Das Besondere am klassischen Imperialismus war die Verbindung von aus heutiger Sicht problematischem "Kulturtransfer" und eindeutigen wirtschaftlichen und politischen Interessen.
  4. Zu Recht wird diese Phase des Imperialismus kritisiert, weil sie stark rassistische Züge trug (die dem damaligen europäischen Denken entsprachen), wenig Rücksicht nahm auf einheimische Kulturen und Gegebenheiten. Viele Probleme rühren noch heute daher, dass von den Kolonialmächten willkürlich Grenzen gezogen wurden.
  5. Dazu kamen in unterschiedlichem Maße Übergriffe bis hin zu Gräueln, besonders extrem ging es im Kongo zu.
  6. Andererseits haben Länder wie Indien auch nach der Unabhängigkeit kulturelle und zivilisatorische Elemente des Imperialismus beibehalten.
  7. Nicht vergessen werden darf, dass ein Teil der Eliten der kolonisierten Länder von den "Kolonialherren" in ihren Ländern ausgebildet wurden. Ein Beispiel ist Gandhi.
  8. Auch darf man - wie oben schon angedeutet - nicht "total" aus heutiger Sicht eine Zeit beurteilen. Das gilt etwa für die Missionierung. Jemand wie Livingstone war Christ und versuchte auch, seinen Glauben zu verbreiten, in erster Linie war er aber Arzt und kümmerte sich um die Menschen in Afrika.
  9. Auch der Kampf gegen die Sklaverei - die über Jahrhunderte von Europäern intensiv betrieben wurde - kam schließlich aus Europa selbst.
  10. Sehr problematisch ist, wenn auch heute noch Probleme der Dritten Welt einzig und allein auf den Imperialismus zurückgeführt werden. Man darf nicht vergessen, dass die meisten Ex-Kolonien bereits ein halbes Jahrhundert unabhängig sind - und trotzdem gibt es in vielen dieser Gebiete heute keine funktionierende Demokratie und weniger Menschenrechte als in Europa oder Nordamerika.

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Dort findet sich zum Thema "Imperialismus" der folgende Text:

 

1.1 Die letzte Phase der Herrschaft Europas über die Welt: Der klassische Imperialismus

Das 19. Jahrhundert, das zum Teil auch als langes Jahrhundert bezeichnet wird, weil man es von der französischen Revolution bis zum ersten Weltkrieg reichen lässt, war insofern etwas Außergewöhnliches in der Weltgeschichte, weil es die Vorherrschaft Europas über alle anderen Erdteile mit sich brachte.

 

Bis zum Beginn der Neuzeit war Europa nur ein Kontinent unter mehreren, im Südwesten hatten die muslimischen Araber die iberische Halbinsel unter ihrer Kontrolle und drangen sogar bis nach Frankreich vor, im Südosten waren die Türken eine dauernde Gefahr für Europa und drangen bis nach Wien vor.

 

Gleichzeitig gab es in China eine potentielle Weltmacht, die immerhin kurzzeitig mit ihrer Flotte den indischen Ozean beherrschte. Auch technische Potenziale gab es sowohl im muslimischen Bereich als auch in China, die beide Weltgegenden zu großen Machtzentren der Weltpolitik hätten werden lassen können.

 

Stattdessen aber entwickelte sich das relativ kleine und zerrissene Europa zu einem absoluten Machtzentrum, das zunächst über Spanien und Portugal Lateinamerika und später über England, Frankreich, die Niederlande und schließlich auch Deutschland fast die ganze Welt beherrschen ließ.

 

Allerdings gab es in dieser Entwicklung durchaus auch eine Bruchzone: die unangenehme Erfahrung mit den unabhängigkeitswilligen Amerikanern hatte in England eine Stimmung entstehen lassen, die Kolonien eher als Mühlsteine am Hals aussehen ließen. Erst ab 1880 ergab sich neuer kolonialer Schwung, der dann zu den Karten führte, in denen sich fast die ganze Welt in den Farben europäischer Großmächte präsentierte.

 

Typisch für das Kolonialsystem war der Konkurrenzkampf zwischen den europäischen Mächten, der Lenin zu der festen Annahme führte, dass daraus eines Tages ein großer Krieg der imperialistischen Mächte werden würde, der dann der Arbeiterbewegung die Möglichkeit zur Weltrevolution geben würde.

 

Tatsächlich war der erste Weltkrieg der Höhepunkt und Wendepunkt europäischer Macht. Das Epochenjahr 1917 führte dazu, dass die Flügelmächte USA und Russland bzw. Sowjetunion immer stärker wurden und damit die Bedeutung Europas verkleinerten. In den Kolonien entstanden Emanzipationsbewegungen, die dann im und nach dem Zweiten Weltkrieg überall zum Ende der Kolonialherrschaft führten.

 

Eine große Rolle spielte dabei die schwierige Situation, in die der japanische Angriff ab 1941 Kolonialländer wie England, Frankreich und die Niederlande brachten. Die USA betrieben zwar selbst eine besondere Form von Imperialismus, betrachteten aber die koloniale Unterdrückung und Ausbeutung anderer Länder mit großer Skepsis und waren nicht bereit, den Sieg im Zweiten Weltkrieg zu einem Wiederaufbau der alten Kolonialsysteme zu nutzen.

 

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