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1807 Preußische Reformen

Das Folgende ist ein Auszug aus dem E-Book:

 

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1.1 Nach der Revolution ist vor der Revolution – Der Versuch der Restauration ab 1815

Die Französische Revolution hatte in Europa zu einem völlig neuen Bewusstsein geführt. Auf der einen Seite hat man gesehen, dass die althergebrachten Verhältnisse im politischen und sozialen Bereich verändert werden konnten. Auf der anderen Seite hatte das demokratische Experiment auch zu Krieg und Terror geführt.

 

Am Ende stand eine neue Art von Monarchie, die ganz auf das militärische ausgerichtet war und ganz Europa durcheinandergewirbelt hatte. Zugleich hatte sich gegen die französische Vorherrschaft, vor allem in Deutschland, eine neue Art von Widerstand gebildet, die stark von den preußischen Reformen geprägt war und in die Befreiungskriege mündete.

 

Unter Leitung des Freiherrn von Stein waren in Preußen die Bauern befreit worden, Soldaten mussten sich nicht mehr vor Prügelorgien fürchten, die Städte konnten sich selbst verwalten  und die mittelalterlichen Zunftsbeschränkungen wurden aufgegeben. Zwar war das alles noch keine Demokratie im modernen Sinne, aber es wurde sehr stark auf die Freiheit und Selbstbestimmung einzelner und ganzer Gruppen gesetzt.

 

In den Befreiungskriegen zwischen 1812 und 1815 musste Napoleon sich dann mit einem ganz neuen Widerstandsgeist auseinandersetzen, immer mehr Deutsche fühlten sich nicht mehr als Preußen, Bayern, Sachsen oder Hannoveraner sondern als Mitglieder einer Nation.

Die Frage, die nach dem Sieg über Napoleon geklärt werden musste, war nun, wie viel von den neuen Ideen aufgenommen oder gar verwirklicht werden konnten und inwieweit auch die alten Verhältnisse wiederhergestellt werden sollten.

 

Auf dem großen Friedenskongress zeigte sich dann, dass es im Wesentlichen um Restauration ging, also eine möglichst weit gehende Wiederherstellung der monarchischen Macht. Ganz eindeutig setzte man auf eine Legitimität, die nicht vom Volk, sondern von Gott ausging. Dazu kam die Bereitschaft zur Solidarität, auch hier nicht der Menschen, sondern der Monarchen.

 

Der Traum der Deutschen, ähnlich wie die Engländer und Franzosen einen einheitlichen Nationalstaat zu bekommen, erfüllte sich nicht. Stattdessen wurde ein loser deutscher Bund gegründet, der unter der Führung Österreichs stand.

 

 Grundsätzlich erlaubt waren in einzelnen Ländern Verfassungen, realisiert wurden sie aber nur in wenigen Fällen in Südwestdeutschland.

 

Interessant war, dass das geschlagene, inzwischen aber wieder monarchisch gewordene Frankreich nicht etwa für die Blutspur bestraft wurde, die es durch Europa gezogen hatte, vielmehr blieb es weitgehend unangetastet. Nur Napoleon wurde als Machtfaktor ausgeschaltet und schließlich auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er einige Jahre später starb.

 

Es folgte die Zeit der Restauration - erst 1848 gab es eine Revolution, die zwar nicht erfolgreich war, aber doch die Fürsten zu Reformen zwang.

 

Eine davon führte dazu, dass Preußen immer mächtiger wurde und 1871 unter Bismarck eine Art Halb-Demokratie in ganz Deutschland schaffen konnte.

 

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