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Sprachliche Mittel - Eigenart und Beispiele

Künstlerische Mittel - rhetorische Mittel - sprachliche Mittel

 

Sprache ist nicht nur Inhalt

Sprache ist nicht nur wichtig für die Weitergabe von Informationen und die damit verbundene Kommunikation - es kommt auch auf die Art und Weise an, wie etwas formuliert wird. Dadurch lässt sich nämlich die Wirkung erhöhen.
 

Lust auf Schönheit und Spiel mit der Sprache
Nehmen wir ein Beispiel: Natürlich kann man einfach feststellen: “Das ist ein schönes Haus.” Mehr drückt man dann schon aus, wenn man sagt: “Das ist ein wunderschönes Haus”. Das Besondere hieran ist, dass man gar nicht mehr merkt, dass hier ein künstlerisches Mittel angewendet wird, nämlich eine Metapher, die Gleichsetzung zweier Dinge, in diesem Falle der Schönheit mit einem Wunder. Eigentlich sagt das zusammengesetzte Wort (Kompositum) nämlich: “Das Haus gefällt mir, es sieht gut aus, ich hätte nie gedacht, so etwas Schönes in der Wirklichkeit vorzufinden, es ist für mich ein Wunder, dass es so etwas gibt.”


Wenn das Neue alltäglich wird: Alltagsmetaphern
Weil die Kombination der Wörter “Wunder” und “schön” inzwischen aber ganz normal geworden ist, spricht man von einer “Alltagsmetapher”, also einem sprachlichen Bild, das als ganz alltäglich empfunden und in der Regel ohne viel nachzudenken verwendet wird.
 

Lust auf Neues -> Neologismen
Nun gibt es immer Leute, die sich mit dem Alltäglichen nicht begnügen wollen und deshalb etwas Originelles draufsetzen: In diesem Falle könnte jemand sagen: “Das Haus ist hyperwunderschön” - um deutlich zu machen, dass es nicht nur “wunderschön” ist, sondern alle schon bekannten oder vorstellbaren Wunder der Schönheit übertrifft. Besonders in der Jugendsprache und in der Literatur werden ständig neue, eben noch nicht bekannte Formulierungen entwickelt - man spricht hier von “Neologismen”, also Neu-Wörtern.


Damit hätten wir schon zwei wichtige künstlerische Mittel, nämlich die Metaphern, die sprachlichen Bilder, und die Neologismen, neu gebildete Wörter, vor allem Komposita.


Eigenart und Leistung von sprachlichen Mitteln
Wir haben auch gleich eine Definition von “sprachlichen” Mitteln, das sind also Formulierungen, die besonders viel Wirkung beim Gegenüber auslösen sollen, ganz gleich, ob es sich um einen Hörer oder Leser handelt.


Kein großer Unterschied: "Rhetorische Mittel" - "künstlerische Mittel"
Neben “sprachlichen Mitteln” spricht man auch von “rhetorischen Mitteln”, das kommt aus dem Lateinischen und hängt damit zusammen, dass die römischen Redner (“rhetores”) besonders darauf aus waren, sich sprachlich was einfallen zu lassen. Kluge Professoren haben dann alle diese Techniken gesammelt und dazu dicke Bücher geschrieben. Nicht jeder kennt zum Beispiel die Litotes oder das Hyperbaton.


Worauf es vor allem ankommt:
Für alle, die nicht gerade Germanistik oder andere Sprachfächer studieren, reicht es in der Regel, erst mal überhaupt zu erkennen, dass eine Abweichung vom normalen Sprachgebraucht vorliegt. Dann sollte man natürlich auch drüber nachdenken, was denen das Besondere ist. Das Fachwort auch noch richtig zu benennen, wäre dann das abschließende Sahnehäubchen.


Die wichtigsten sprachlichen Mittel:
Schauen wir uns mal an, welche künstlerischen Mittel (das wäre noch eine dritte Variante der Bezeichnung) häufig vorkommen, so dass man sie auch richtig bezeichnen können sollte.

 

Metapher

Beginnen wir mit der Metapher, dem sprachlichen Bild. Das könnte zum Beispiel "die bleiche Sichel" sein und für den Mond stehen. Hier wird direkt etwas gleichgesetzt, was eigentlich zu ganz unterschiedlichen Bereichen gehört.
 

Vergleich

Weniger direkt gleichgesetzt wird im Vergleich: "Du singst wie eine Nachtigall".
 

Personifizierung

Dann gibt es auch noch die Personifizierung: "Die Planken stöhnten angesichts der Wucht der Wogen."

Alliteration

Hier ist auch noch gleich ein weiteres Mittel erkennbar, nämlich das der Alliteration: Dabei wiederholen sich die Anlaute, vereinfacht gesagt: die ersten Buchstaben von Wörtern (Wucht der Wogen).
 

Anapher

Wegen des Versaufbaus von Gedichten spielt natürlich die Wiederholung von Wörtern am Zeilenanfang eine besondere Rolle, man spricht hier von der "Anapher":

"Es singt der Wind sein einsam Lied."

"Es tönt ein Ruf aus weiter Ferne."
 

Parallelismus

Zugleich hat man hier einen sogenannten Parallelismus, den parallelen Aufbau von Verszeilen.
 

Chiasmus

Das kann man aber auch umdrehen - und dann hat man eine sogenannte Kreuzstellung. Ein berühmtes Beispiel ist:

"Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben."

Aus der Abfolge Subjekt - Prädikat wird das Gegenteil Prädikat - Subjekt.
 

Inversion

Zugleich sieht man hier auch das für Gedichte typische Mittel der Inversion, der Umstellung der normalen Wortfolge: Statt "Der Wind singt sein einsames Lied" heißt es eben: "Es singt der Wind sein einsam' Lied." Hintergrund dafür ist natürlich der Rhythmus: Während man im ersten Falle die folgende Abfolge von Hebungen und Senkungen (betonten und unbetonten Silben hat):

Der Wind singt sein einsames Lied.

s     H       s      s       H  s  s      H

hat man im zweiten Falle:

Es singt der Wind sein einsam Lied.

s   H     s     H      s      H   s      H

Und damit hat man eine regelmäßige Abfolge von Senkung und Hebung, also einen (vierhebigen) Jambus. Die Anzahl der Betonungen wird gerne miterwähnt, weil man dann ein Gefühl bekommt für die Länge der Zeilen, die kann ja durchaus variieren.

 

Diese Liste ist übrigens ein Auszug aus dem E-Book: "Keine Angst mehr vor der Interpretation von Gedichten". Dort gibt es viele weitere Tipps, wie Gedichte ihren Schrecken für Schüler verlieren.

Hier kann man es bekommen.

 

 

Kleine Such-Hilfe

 

Gerade am Anfang der Behandlung des Themas "Künstlerische Mittel" bsd. in Gedichten kann es sinnvoll sein, eine Liste vorzulegen, aus der ausgewählt werden kann.

 

Wir präsentieren hier eine entsprechende Hilfe, die leicht ergänzt werden kann.

 

Natürlich kann man diese Liste deshalb auch als Word-Dokument von den Autoren bekommen, einfach über das Kontaktformular abrufen.

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