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Konjunktiv und indirekte Rede - einfach erklärt

  1. Verben können nicht nur "Tempus", sie können auch "Modus"
    Wenn man Verben verwendet, spielt neben dem Tempus auch der so genannte Modus eine Rolle. Von ihm gibt es drei Varianten, von denen hier nur zwei interessant sind. Normalerweise verwenden wir den Indikativ, die so genannte Wirklichkeitsform. "Ich komme morgen mit ins Kino."
  2. Daneben gibt es die Möglichkeitsform, den so genannten Konjunktiv. Am deutlichsten wird das, wenn man zum Beispiel sagt: "Ich käme morgen mit ins Kino, wenn ich nicht arbeiten müsste". Oder: "Ich würde mich freuen, wenn du morgen kämst." Hier ist der Konjunktiv II im ersten Fall mit "würde" umschrieben, weil das besser klingt, im Nebensatz hat man dann den Wunsch in der Möglichkeitsform des Konjunktivs II. 
  3. Dieser sogenannten Konjunktiv II wird vom Präteritum aus gebildet: Aus "ich kam" wird "ich käme", aus "ich hatte" wird "ich hätte", aus "ich musste" wird "ich müsste" usw.
  4. Dabei muss muss man beachten, dass bei den unregelmäßigen Verben, die im Präteritum den Stammvokal a, u oder o haben, der Vokal im Konjunktiv II zu ä, ü oder ö umgelautet wird.
  5. Der Konjunktiv in der indirekten Rede:
    Eine besondere Rolle spielt der Konjunktiv in der indirekten Rede. Darunter versteht man die Wiedergabe von Äußerungen eines anderen. Normalerweise verzichtet man kann dabei sogar auf eine einleitende Konjunktion und die Form des Nebensatzes:
    "Eben hat er angerufen und gesagt, dass er zur Zeit noch auf der Autobahn sei."
    Daraus wird: "Eben hat er angerufen und gesagt, er sei zur Zeit noch auf der Autobahn."
    Aus dem Nebensatz ist hier ein Hauptsatz geworden.
    Damit deutlich wird, dass sein Inhalt die Aussage eines anderen ist, wird sie in den Konjunktiv gesetzt.
  6. Dabei verwendet man zunächst einmal den Konjunktiv I, der vom Präsens gebildet wird, mit diesem Tempus aber nichts mehr zu tun hat. Man nutzt nur die Form - für einen ganz anderen Zweck.
    Aus "ich gehe" wird "er gehe", aus "ich bitte", wird "er bitte" usw
    Man nimmt also immer den Stamm des Wortes "geh", "bitt" und hängt dann in der 3. Person Singular ein "e" dran: "Er hoffe", "er komme", "er kaufe", "er habe", "er glaube".
  7. Das Problem mit dem Plural:
    Ein Problem kann im Plural auftauchen, denn wenn man "wir gehen" in den Konjunktiv I umwandelt, heißt es "sie gehen" und das ist identisch mit dem Indikativ "sie gehen".
    Man erkennt dann also den Konjunktiv und damit die indirekte Rede gar nicht mehr, also weicht man in den Konjunktiv II aus, der – wie wir oben gesehen haben – vom Präteritum gebildet wird.
    Eben hat er angerufen und gesagt: "Wir gehen gleich ins Kino."
    Die Nebensatz-Indirekte Rede würde dann lauten:
    "Eben hat er angerufen und gesagt, dass sie gleich ins Kino gingen."
    Die (elegantere und damit bessere) Hauptsatzvariante lautet dann:
    "Eben hat er angerufen und gesagt, sie gingen gleich ins Kino."
  8. Zwei Sonderfälle: Fall 1: Fragen
    Wenn man die Frage eines anderen in der indirekten Rede wiedergibt, verwendet man die Form der indirekten Frage.
    Eben hat er doch tatsächlich gesagt: „Kannst du mir nicht beim Rasenmähen helfen?“
    Daraus wird:
    Eben hat er doch tatsächlich gefragt, ob ich ihm nicht beim Rasenmähen helfen könne?“
  9. Zwei Sonderfälle: Fall 2: Befehle/Aufforderungen u.ä.
    Wenn der andere im Gespräch den Wunsch geäußert hat: „Hilf mich doch einfach.“
    Oder: „Bring auf jeden Fall morgen dein Notebook mit.“
    Dann wird das mit Hilfe von „sollen“ in die indirekte Rede umgewandelt.
    „Ich solle ihm doch einfach helfen.“
    „Ich sollte auf jeden Fall morgen mein Notebook mitbringen.“
  10. Nicht vergessen: Immer die Perspektive berücksichtigen
    Bei der indirekten Rede spricht nicht mehr der Ausgangssprecher, sondern der Weitergabesprecher. Dementsprechend wird aus „Ich“ „Er“ oder „Sie“, aus „meine Tasche“ wird „seine Tasche“, aus „hier“ wird „dort“.

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